So integrieren Sie Cobotic in Ihren Reinigungsteams

Von Stefano Bensi, Geschäftsführer, SoftBank Robotics EMEA 

Die Chance von Cobotic bei der Gebäudereinigung

Aufgrund immer weiter abnehmender Margen und des wachsenden Drucks zur Leistungssteigerung von Kundenseite suchen Geschäftsführer im Bereich der Gebäudereinigung und des Facility-Managements nach innovativen Lösungen zur Effizienzsteigerung und zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit.

Angesichts dieser Herausforderungen wird die Branche in den kommenden Jahren eine deutliche Verlagerung hin zur Cobotic erleben, um den Betrieb zu optimieren, die Kosten in den Griff zu bekommen und die gestiegenen Erwartungen der Kunden zu erfüllen.

Cobotic ist die Zusammenarbeit von Reinigungskräften und Maschinen oder Robotern. Cobots sind kollaborative Roboter, die repetitive oder anstrengende Arbeiten übernehmen, die sonst von einem Mitarbeiter ausgeführt werden müssten. Sie arbeiten jedoch mit der Person oder dem Team zusammen und ersetzen Menschen nicht. Cobots werden von den Mitarbeitern vor Ort gesteuert und überwacht und sind zur Unterstützung der Mitarbeiter da.

Cobots: Wirtschaftliche Realität

Wir sehen bereits die Vorteile, die Cobots in Reinigungsteams bieten können. Whiz, Europas erster industrieller autonomer Staubsauger und der erste echte Kobot der Branche, wird in einer Reihe von innovationsgetriebenen Unternehmen in der ganzen EMEA-Region, wie zum Beispiel ISS und Sodexo, erfolgreich eingesetzt. Whiz ist eine einfach zu bedienende und zuverlässige, selbstfahrende Reinigungslösung und für das Staubsaugen von weichen Oberflächen konzipiert. Er arbeitet mit den Reinigungsteams, indem er die „Routinearbeit“ des Staubsaugens großer Flächen übernimmt, sodass sich die Mitarbeiter auf andere Aufgaben konzentrieren können.

Unternehmen, die Whiz in ihren Betrieben einsetzen, berichten durchweg von bahnbrechenden Ergebnissen mit erhöhter Effizienz, signifikanten Verbesserungen der Reinigungsleistung insgesamt und der Kundenzufriedenheit sowie von äußerst positiven Rückmeldungen des Reinigungspersonals. (Nachweis erforderlich, wenn möglich)

Tatsächlich sind Cobots wie Whiz nicht nur gut für die Reinigungsfirmen, sondern bringen auch den Reinigungsteams echte Vorteile. Sie befreien Reinigungskräfte von repetitiven und körperlich anstrengenden Arbeiten wie Staubsaugen und ermöglichen es ihnen, sich auf vielseitigere und wichtigere Aufgaben zu konzentrieren, durch die der Einzelne das Ergebnis seiner Arbeit leichter erkennen kann. Die Einführung von Cobots in Reinigungsteams ermöglicht es dem Einzelnen auch, mit Spitzentechnologie zu interagieren und umzugehen und so neue Kompetenzen und Kenntnisse rund um KI und Automatisierung zu erwerben. Kompetenzen, die während seiner gesamten beruflichen Laufbahn hilfreich sein werden.

Auf diese Weise hat die Cobotic das Potenzial, das Engagement beim Reinigungspersonal zu steigern, die Gesundheit und das Wohlbefinden zu verbessern und letztendlich die Mitarbeiterbindung zu erhöhen. Das ist in einer Branche, die heute mit einer Fluktuationsrate von ca. 200% zu kämpfen hat und in der die Fehlzeiten im Durchschnitt bei etwa 25% liegen. Die Cobotic kann auch genutzt werden, um neue Mitarbeiter zu gewinnen, insbesondere jüngere Generationen von Arbeitnehmern, die gerne in innovativeren Umgebungen arbeiten möchten.

Ein strategischer Ansatz, um Cobotic in den Reinigungsbetrieb zu integrieren

Die Cobotic stellt eindeutig eine große Chance für die Gebäudereinigungs- und FM-Branche dar.

Es ist jedoch wichtig, dass Geschäftsführer darauf achten, bereits am Beginn ihrer Cobotic-Unternehmung die richtigen Strategien und Pläne parat zu haben. Man least nicht einfach ein paar Cobots und übergibt sie den Hausmeistern (Cobotic-Partner bieten Firmen ein innovatives Leasing-Modell an, das hohe Investitionsausgaben überflüssig macht).

Ein kürzlich im Harvard Business Review erschienener Artikel nannte zwei Hauptgründe, warum digitale Transformationsprogramme unabhängig von der Branche oft scheitern: Erstens, eine „unausgesprochene Uneinigkeit unter den Topmanagern über die Ziele“ für neue Technologien und zweitens, „eine Kluft zwischen den digitalen Kompetenzen, die das Pilotprojekt stützen und den verfügbaren Kompetenzen für seine Skalierung“.

Wie bei jedem innovationsgetriebenen Projekt ist es wichtig, eine klare Vision dafür zu entwickeln, wie Cobotic jetzt und in Zukunft in den Betrieb integriert wird und dann ein Umfeld zu schaffen, in dem sowohl Cobots als auch Menschen optimal arbeiten können. Das heißt, für die richtigen Kompetenzen und Kenntnisse der Mitarbeiter im Unternehmen zu sorgen und eine Verständnisebene in der Belegschaft zu schaffen, so dass das Personal nicht ängstlich oder resistent gegenüber Veränderungen ist und stattdessen bereit ist, zu lernen und mit den neuen Technologien zu arbeiten.

Das ist besonders wichtig, wenn es um Automatisierung und Cobotic geht. Da in den Medien darüber berichtet wird, dass KI die Jobs von Millionen von Menschen wegnimmt, ist es sehr wahrscheinlich, dass einige Reinigungskräfte über die Auswirkungen der Einführung von autonomen Maschinen im Unternehmen sehr besorgt sind. In der Tat werden sich diejenigen, die schon länger in der Reinigungsbranche tätig sind, wahrscheinlich an frühere Versuche erinnern, neue (und kostspielige) Innovationen in den Betrieb zu integrieren. Diese scheiterten, weil sich das Hausmeisterpersonal geweigert hat, die neuen Geräte oder Lösungen zu verwenden oder nicht richtig dafür ausgebildet wurden.

Cobotic-Kompetenzen und -Kultur entwickeln

Daher ist es unerlässlich, dass Geschäftsführer klare und greifbare Pläne für die Mitarbeiterkommunikation zur Einführung der Cobotic und zur Erläuterung der Vorteile für das Unternehmen und das eigene Arbeitsleben entwickeln. Hier sollten Firmen und FM-Anbieter die Unterstützung ihrer Innovationspartner suchen, um Kampagnen zu entwickeln, die bei den Reinigungskräften vor Ort Resonanz finden und sie für Cobots begeistern. Das kann durch Handbücher, Poster, Videos und Workshops geschehen.

Zudem sollten Geschäftsführer auch dafür sorgen, dass die Reinigungsteams, die für den Betrieb von Cobots erforderlichen Kenntnisse erlangen. Cobots wie Whiz sind von Natur aus extrem einfach zu schulen und zu handhaben. Die Arbeitgeber sollten aber trotzdem sicherstellen, dass das Reinigungspersonal die Bedienung der Maschinen gut beherrscht und leichten Zugang zu technischer Hilfe hat, falls es diese benötigt. Auch hier kann dies durch persönliche Schulungen oder einfach zu verfolgende Lehrvideos geschehen.

Was absolut entscheidend ist, ist die Schaffung einer positiven „Cobotic-Kultur“, in der die Arbeitnehmer die Rolle der Cobots verstehen, sehen, wie sich ihre eigene Rolle in der Zukunft entwickeln wird, und sich auf Veränderungen einlassen.

Neue Betriebs- und Geschäftsmodelle begrüßen

Da die Cobots zeitaufwendige Aufgaben wie das Staubsaugen übernehmen, müssen die Geschäftsführer sich Gedanken machen, wie sie die Arbeit innerhalb ihrer Reinigungsteams neu verteilen. Cobots geben Reinigungsfirmen und FM-Anbietern die Möglichkeit, ihre Teamstrukturen zu überprüfen und die Art und Weise, wie sie Gebäude reinigen neu zu definieren. Das kann alles sein, von der Neueinteilung einer individuellen Reinigungskraft, die vorher für das Staubsaugen verantwortlich war, bis hin zur Art und Weise, wie sie ihre Angebote und Vorschläge für neue Verträge strukturieren und präsentieren können. Die Cobotic kann Geschäftsmodelle verändern und Auftragnehmer befähigen, ihren Kunden effizientere und innovationsgetriebene Angebote zu unterbreiten.

Die Cobotic führt auch neue Geschäfts- und Leasingmodelle  in die Gebäudereinigungsbranche ein. Während bei der etablierten Methode zur Anschaffung neuer Maschinen im Vorfeld große Investitionsausgaben getätigt werden mussten, ohne große Sicherheit über die Lebensdauer oder den langfristigen Wert zu haben, können Reinigungsfirmen Cobots auf Basis eines monatlichen Leasingmodells einsetzen. Sie können „Innovation als Dienstleistung” effektiv nutzen und haben zum monatlichen Fixpreis auf einer absolut flexiblen und skalierbaren Basis Zugriff auf die neuesten Technologien.

Cobotic wird die Art und Weise, wie die Reinigungs- und FM-Branche an Innovationen herangeht, erheblich verbessern, aber auch hier ist es unerlässlich, dass die Verantwortlichen die richtigen Strukturen und Kompetenzen vorsehen, um einen reibungslosen Übergang zu diesen neuen, von Cobotic inspirierten Geschäftsmodellen zu gewährleisten.

Während der Innovationswettlauf in der Reinigungsbranche an Fahrt gewinnt, stellt die Cobotic eine beispiellose Gelegenheit für den Wirtschaftszweig dar, seine Transformation zu beschleunigen und den sich rasch ändernden Erwartungen und Anforderungen der Kunden und Endnutzer gerecht zu werden. Es sind wirklich aufregende Zeiten mit massiven Veränderungen in Aussicht. Reinigungsfirmen, die Strategien für die strukturierte und einfühlsame Einführung von Cobots bei ihrem Reinigungspersonal finden, können der Konkurrenz wirklich den Rang ablaufen und das Wachstum in den kommenden Jahren vorantreiben.

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